Grundsteinlegung
am 5. September 1869 durch König Ludwig II. von Bayern. Es sollte eine
mittelalterliche Ritterburg im Stile des 12./13. Jahrhunderts entstehen. Die Außenfassade
des Torbaus wurde 1873 fertiggestellt. Das Hauptgebäude und das Nebengebäude
wurden mit Schwangauer Marmor aus dem Steinbruch am Schwansee verkleidet. Als
Vorbild diente vor allem die Wartburg in Thüringen. Das Schloss sollte aus fünf
Gebäuden bestehen: dem Torbau, dem Ritterbau, der Kemenate, dem Königsbau (Palas)
und dem Bergfried. Die Bauzeit betrug 17 Jahre und musste infolge des frühen
Todes des Bauherrn eingestellt werden.
Von
den Innenräumen waren bis dahin im Palas nur das Erdgeschoss (Küche und Nebenräume),
das 3. Obergeschoss (Königswohnung und Thronsaal) und das 4. Obergeschoss (Sängersaal)
fertiggestellt. Die Innenräume sind reich mit kunsthandwerlichen Arbeiten
geschmückt, man findet Darstellungen aus der Thannhäuser-Sage, aus Lohengrin,
Tristan und Isolde, dem Niebelungenlied, Parzival, Darstellungen aus dem Leben
heiliggesprochener Könige, vom Leben auf der Wartburg und aus dem Leben Walters
von der Vogelweide.
Das
erste Konzert im Sängersaal wurde im Jahre 1933 anlässlich des 50. Todestages
von Richard Wagner abgehalten. Seit dem Jahre 1969 finden alljährlich im
September die Schlosskonzerte Neuschwanstein statt.
Am 12. Juni 1886 wurde König
Ludwig II. im Schloss Neuschwanstein eröffnet, dass er für geisteskrank erklärt
worden sei. Er wurde nach Schloss Berg am Starnberger See gebracht, wo er am 13.
Juni 1886 zusammen mit seinem Arzt Dr. Gudden am Abend tot aufgefunden worden
ist.
